Volle Kraft voraus für schnelles Internet

Hengersberg schließt für 4,7 Millionen Euro fünf Baugebiete und 40 Ortsteile ans Glasfasernetz an

 

 

Hengersberg. Der Breitbandausbau ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Marktes Hengersberg. 4,7 Millionen Euro investiert die vom Markt gegründete Glasfaser GmbH in die Maßnahme, die bis Ende 2018 abgeschlossen sein soll. Wenn alles gut geht, sind danach fünf Baugebiete und 40 Ortsteile an das Glasfasernetz angeschlossen und mit schnellem Internet versorgt.

 

Auf einer Trasse von 70 Kilometer werden rund 480 Kilometer Glasfaser in 254 Kilometer Leerrohre verlegt. Am Montag war Spatenstich für das größte Tiefbauprojekt in der Geschichte des Marktes Hengersberg.

 

„Mit dem Förderprogramm und dem zusätzlichen Eigenausbau setzen wir auf die modernste Technologie. Es werden über 1000 Gebäude mit Glasfaser bis ins Haus und Bandbreiten bis 100 MBit pro Sekunde erschlossen", hob Bürgermeister Christian Mayer in der kleinen Feierstunde im Betriebshof der Gemeindlichen Werke hervor. Entscheidendes Kriterium, die Maßnahme durchführen zu können, sind die vom Bund und Land zugesagten Fördermittel. Vom Bund erhält der Markt 2,253 Millionen Euro und vom Freistaat 880 000 Euro, womit 1,573 Millionen Euro an Eigenmittel verbleiben, die es allemal wert sind, den Industrie- und Gewerbestandort Hengersberg, mit über 5000 Arbeitsplätzen, zukunftssicher zu machen und einen wichtigen Baustein für gleichwertige Lebensverhältnisse gegenüber dem Leben in der Stadt zu schaffen, so Mayer. Mit dem Bundesförderprogramm und der Förderzusage, die Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im September 2016 persönlich nach Hengersberg brachte, sowie der Förderung durch den Freistaat können die Gemeindlichen Werke den Glasfaserhausanschluss für Wohngebäude für 199,95 Euro anbieten, allerdings nur, wenn die Arbeiten im Ausbaugebiet während der Fördermaßnahme durchgeführt werden.

 

Mit der Maßnahme erfolgte der Umstieg von einem Kommunalunternehmen zu einem modernen Infrastrukturdienstleister. Der Telekommunikationsmarkt erlebt wohl einen einschneidenden Wandel, weg von der Kupferleitung, hin zu einem zukunftsweisenden Glasfasernetz, verdeutlichte Mayer. Er gab zu verstehen, dass der Markt mit der Auflage des Bundesförderprogramms großes Glück hatte. Hengersberg war die neunte Gemeinde in Bayern von insgesamt 2056, die den Bundesförderbescheid erhielt. Mayer zeigte sich stolz darauf, dass sowohl der Marktrat, als auch der Werkausschuss und der Aufsichtsrat der Glasfaser GmbH zu hundert Prozent hinter der Maßnahme stehen. Sowohl er, als auch Werkleiterin Edith Herböck seien davon überzeugt, dass mit dem Glasfasergeschäft zwar in drei, vier Jahren noch kein Geld zu verdienen sei, man aber auf lange Sicht auf den vorausschauenden Pioniergeist der Wegbereiter verweisen werde.

 

Der größte Teil des Fördergebietes umfasst den außerörtlichen, ländlichen Raum, der ohne öffentliche Zuwendungen nicht hätte angeschlossen werden können. Mayer dankte den Ministern Alexander Dobrindt und Markus Söder, die die Förderbescheide persönlich nach Hengersberg brachten und damit ein Zeichen zur schnellen Verwirklichung des Breitbandausbaus in Bund und Land setzten.

 

Dr. Veit Steinle von ateneKOM GmbH als Projektträger des Bundes für den Breitbandausbau erinnerte an die Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung 2013 zum Ausbau der digitalen Netze. Mit der Bereitstellung der Mittel, von 2015 bis Ende 2018 insgesamt 4 Milliarden Euro, sollte der Ausbau beschleunigt werden, insbesondere im ländlichen Raum. Man gehe davon aus, dass auch in den nächsten Jahren weitere Mittel für den Ausbau der Breitbandnetze zur Verfügung gestellt werden, weil Unternehmen deutlich machen, dass für sie neben dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur eine schnelle Datenübertragung notwendig ist. Weltweit liegt Deutschland auf Platz 26 in Sachen Datenübertragung, verdeutlichte Steinle. Hengersberg mache mit dem Breitbandausbau deutlich, dass es in die Zukunft sehe und investiere, so Steinle.

 

Vizelandrat Roman Fischer flachste, dass der Landkreis zu hundert Prozent hinter der Breitband-Entscheidung des Marktes Hengersberg stehe, zumal er sich nicht an den Kosten beteiligen müsse. Er gratulierte zum Projekt und betonte, dass die Digitalisierung in großen Schritten voranschreite und man davor die Augen nicht mehr verschließen dürfe. Hengersberg sei Vorbild im Landkreis Deggendorf und schaffe mit dem Breitbandausbau perfekte Bedingungen für seine Mitbürger und Unternehmen, lobte Fischer den Mut des Projektträgers.

Beim Spatenstich dabei waren auch die Bürgermeisterstellvertreter Karl-Heinz Seidl und Raimund Nadolny, Markträte, Vertreter der Planungs- und Ingenieurbüros sowie der Baufirma, Mitarbeiter des Baulastträgers, der Gemeindlichen Werken und der Glasfaser GmbH mit Werkleiterin Edith Herböck und technischem Leiter Alexander Eberle. fr

 

Quelle: Deggendorfer Zeitung - Nr. 146

Datum: Mittwoch, den 28. Juni 2017